Fragen & Antworten zur Unfallversicherung
1. Wofür brauchen Sie eine private Unfallversicherung?Sofern Sie Arbeitnehmer sind, haben Sie in aller Regel bereits eine Unfallversicherung, welche durch Ihren Arbeitgeber für Sie abgeschlossen wurde und auch von diesem bezahlt wird. Für Unfälle, die während der Freizeit und zuhause passieren, kommt die berufliche Unfallversicherung dagegen nicht auf. Und genau zur Absicherung dieser Fälle brauchen Sie eine private Unfallversicherung.
2. Gilt eine private Unfallversicherung immer und an jedem Ort?
Ja, die private Unfallversicherung gilt im In- und Ausland, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr.
3. Brauchen auch Kinder eine Unfallversicherung?
Da für Kinder naturgemäß noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden kann und auch die gesetzliche Rentenversicherung noch nicht greift, ist eine Unfallversicherung die einzige Möglichkeit, Ihr Kind für die möglichen Folgen eines Unfalls abzusichern. Deshalb ist eine Unfallversicherung für Kinder sehr ratsam.
4. Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung stellt die finanzielle Weiterversorgung eines Arbeitnehmers sicher, der durch einen Unfall oder krankheitsbedingt unfähig ist, seinen Beruf weiter auszuüben. Hier liegt auch der Unterschied zur Unfallversicherung - diese zahlt nur für die Folgen eines Unfalls, während die Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Krankheit einspringt.
5. Wo liegt der Unterschied zwischen einer Krankenversicherung und einer privaten Unfallversicherung?
Die private Unfallversicherung zeichnet sich in der Regel durch ein größeres Leistungsspektrum aus und gleicht z.B. auch Verdienstausfälle aus oder kommt für Umbaukosten im Haus des Versicherungsnehmers auf, wenn diese durch eine Krankheit bzw. einen Unfall notwendig geworden sind.
6. Was ist der "Grad der Invalidität"?
Der Grad der Invalidität ist ein festgelegtes Schema, nach welchem der Auszahlungsbetrag der privaten Unfallversicherung bemessen wird. Grundlage für die Berechnung des Invaliditätsgrades ist wiederum die so genannte "Gliedertaxe". Diese legt fest, welche Glieder des menschlichen Körpers sich wie hoch auf die Invalidität auswirken. Ein verlorener Arm kann z.B. in der Gliedertaxe einen Grad der Invalidität von 70% bedeuten.
7. Ich betreibe in meiner Freizeit eine gefährliche Sportart. Springt die Unfallversicherung auch dafür ein?
Hier sollten Sie unbedingt die Vertragsbedingungen verschiedener Versicherungsgesellschaften vergleichen. Einige schließen nur "normale" Freizeitsportarten in ihre Verträge mit ein, bei anderen Versicherern sind auch Risikosportarten wie Fallschirmspringen, Kampfsport oder Rennsport mit im Vertrag eingeschlossen. Manche Gesellschaften bieten außerdem an, solche Sportarten gegen Aufpreis, d.h. durch höhere Beiträge, mitzuversichern.
8. Wo geschehen eigentlich die meisten Unfälle?
Entgegen dem Glauben vieler Menschen geschehen die meisten Unfälle in der Freizeit und im häuslichen Umfeld. Nur etwa ein Drittel aller Unfälle sind Arbeitsunfälle, welche direkt am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg passieren.
9. In welchen Fällen zahlt eine private Unfallversicherung?
Tritt innerhalb des ersten Jahres nach einem Unfall eine Invalidität beim Versicherten auf, springt die private Unfallversicherung ein. Der Grad der Invalidität muss jedoch vor Leistungserteilung von einem Arzt diagnostiziert und bestätigt werden. Eine Invalidität liegt immer dann vor, wenn die Beweglichkeit eines oder mehrerer Körperteile eingeschränkt oder aufgehoben ist.
10. Gibt es eine Altersbeschränkung für die Aufnahme in eine Unfallversicherung?
Die meisten Versicherer sehen die Aufnahme in eine Unfallversicherung für Personen vor, die noch nicht das 65. Lebensjahr erreicht haben. Mit höherem Lebensalter steigt das Risiko für den Versicherer sprunghaft an. Einige Gesellschaften bieten jedoch schon spezielle Policen für Senioren an.
11. Warum sind die Beiträge für eine Unfallversicherung so niedrig?
Für den Versicherer ist die Unfallversicherung in der Regel eine relativ risikoarme Versicherung. Diese Tatsache ermöglicht es, die Beiträge betont niedrig zu halten. Dennoch gibt es große Unterschiede in den Konditionen der verschiedenen Versicherer. Hier lohnt auf jeden Fall ein Vergleich!
12. Aus versicherungstechnischer Sicht: Was ist eigentlich ein Unfall?
In den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen, die den Angeboten zu Grunde liegen, wird ein Unfall folgendermaßen definiert: "Ein Unfall liegt vor, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig einen Gesundheitsschaden erleidet. Dabei kann das Ereignis durch menschliches Handeln oder durch ein Naturereignis ausgelöst werden."
13. Wie verhalte ich mich bei einem Berufswechsel richtig?
Fast jede Unfallversicherung hat in ihren vertraglichen Bedingungen eine bestimmte Frist vorgegeben, in der ein Berufswechsel gemeldet werden muss. Melden Sie den Wechsel nicht bzw. nicht rechtzeitig, kann der Versicherer bei einem Unfall die Leistung ganz oder teilweise verweigern.
14. Welche Leistungen - neben Invalidität - können in einer Unfallversicherung noch enthalten sein?
Je nach Versicherungsgesellschaft gibt es ein mehr oder weniger umfangreiches Leistungsspektrum, welches im Vertrag enthalten ist bzw. gegen Aufpreis mit aufgenommen werden kann. Diese Leistungen können z.B. folgende Punkte umfassen:
- Krankenhaustagegeld bei stationären oder ambulanten Aufenthalten.
- Genesungsgeld für die Zeit nach dem Krankenhaus bis zur vollständigen Genesung.
- Unfallrente bei einem Invaliditätsgrad von über 50%.
- Sofortleistung bei besonders schweren Verletzungen (z.B. Lähmung oder Amputation).
- Kosmetische Operationen nach einem Unfall.
- Todesfallleistung für die Hinterbliebenen, wenn der Versicherte innerhalb des ersten Jahres nach dem Unfall verstirbt.
